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Fibromyalgie-Syndrom: Regulationsmedizin und der Neuraltherapie-Ansatz

7. Januar 2026 · 4 Min. Lesezeit


Einleitung

Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist eine komplexe und multifaktorielle Erkrankung, die durch weit verbreitete muskuloskelettale Schmerzen, chronische Erschöpfung, Schlafstörungen, Depression und kognitive Dysfunktion (Brain Fog) gekennzeichnet ist. Obwohl die Ätiologie der Erkrankung nicht vollständig geklärt ist, geht man davon aus, dass zentrale Sensibilisierung, Neuroinflammation, die Auswirkungen von Stress auf das autonome Nervensystem sowie Störfelder (z. B. Zahnherde, Narben) dazu beitragen.

Die Regulationsmedizin ist ein ganzheitlicher Ansatz, der darauf abzielt, die körpereigene Selbstheilungsfähigkeit zu unterstützen. In diesem Zusammenhang ist die Neuraltherapie eine besonders wirksame Methode, um das autonome Nervensystem zu regulieren und Störfelder zu behandeln.

Fibromyalgie und Neuraltherapie

Die Neuraltherapie zielt darauf ab, die Wirkung von Störfeldern durch Injektionen mit Lokalanästhetika aufzuheben und das autonome Nervensystem zu regulieren. Die Rolle der Neuraltherapie in der Behandlung der Fibromyalgie lässt sich unter folgenden Punkten betrachten:

Erkennung und Behandlung von Störfeldern

Bei Fibromyalgie-Patienten führen häufig auftretende Störfelder (Zahnwurzelinfektionen, chronische Sinusitis, alte Operationsnarben oder traumatische Areale) zu anhaltendem Stress im Körper und damit zu einer Dysfunktion des autonomen Nervensystems.

  • Wie funktioniert das? Neuraltherapeutische Injektionen mit Lokalanästhetika heben die neurogenen Wirkungen der Störfelder auf und führen so zu einer Verringerung von Schmerzen und anderen Symptomen.
  • Beispiel: Eine bei Fibromyalgie-Patienten häufig beobachtete Darmdysbiose und ein Leaky-Gut-Syndrom können als Störfeld identifiziert werden; die Behandlung dieses Zustands trägt zur allgemeinen Genesung bei.

Regulation des autonomen Nervensystems

  • Bei Fibromyalgie-Patienten werden häufig eine erhöhte Aktivität des Sympathikus und eine Dysfunktion des Parasympathikus beobachtet. Dies führt zu einer Absenkung der Schmerzschwelle und zu Schlafstörungen.
  • Wirkung der Neuraltherapie: Durch die Ausbalancierung des autonomen Nervensystems verringert sich die Anspannung im muskuloskelettalen System, die Durchblutung verbessert sich und der Schmerz lässt nach.

Reduktion chronischer Entzündung

Bei Fibromyalgie-Patienten werden häufig systemische Entzündungen und eine mikrogliale Aktivierung (übermäßige Aktivität der Immunzellen des Gehirns) beobachtet. Die Neuraltherapie kann diese Prozesse regulieren und dadurch die Entzündung verringern.

Der Ansatz der Regulationsmedizin

Ganzheitliche Beurteilung und individualisierte Behandlung

In der Regulationsmedizin werden alle biopsychosozialen Aspekte des Patienten berücksichtigt. Dieser Ansatz umfasst:

  • Psychologische Regulation: Stressreduktion, Meditation und Achtsamkeitstechniken.
  • Ernährungsregulation: Eine entzündungshemmende Ernährung und der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Physische Regulation: Manuelle Therapie, Physiotherapie und Trainingsprogramme mit niedriger Intensität.

Die Bedeutung der Ernährung

Eine geeignete Ernährung ist bei der Behandlung der Fibromyalgie von entscheidender Bedeutung, um oxidativen Stress zu verringern, die Energieproduktion zu steigern und Entzündungen unter Kontrolle zu bringen.

Empfohlene Nährstoffe

  • Coenzym Q10 (CoQ10): Unterstützt die mitochondriale Funktion und steigert die zelluläre Energieproduktion. Ein CoQ10-Mangel ist bei Fibromyalgie-Patienten häufig.
  • Magnesium: Verringert Muskelkrämpfe und Schmerzen und unterstützt die Energieproduktion.
  • Omega-3-Fettsäuren: Lindern durch ihre entzündungshemmende Wirkung Schmerzen und Entzündung.
  • Vitamin D: Niedrige Spiegel wurden mit Fibromyalgie-Symptomen in Verbindung gebracht. Eine Supplementierung kann Schmerz und Erschöpfung verbessern.
  • Vitamin C und E: Verringern oxidativen Stress und beugen so Zellschäden vor.
  • B-Komplex-Vitamine: Unterstützen die Funktionen des Nervensystems. Insbesondere ein Mangel an B12 und B6 ist häufig zu beobachten.

Kombination von Neuraltherapie mit anderen unterstützenden Methoden

Bei der Behandlung der Fibromyalgie ist ein multidisziplinärer Ansatz erforderlich. Neben der Neuraltherapie können folgende Methoden empfohlen werden:

  • Manuelle Medizin – Manuelle Therapie: Wirksam bei der Reduktion von Verspannungen im muskuloskelettalen System.
  • Akupunktur: Kann zur Schmerzlinderung und zur Verringerung der Stressauswirkungen eingesetzt werden.
  • Psychologische Unterstützung: Da Depression, Angstzustände und Schlafstörungen bei Fibromyalgie häufig sind, sollten diese durch Methoden wie Psychotherapie, kognitive Verhaltenstherapie oder Achtsamkeit unterstützt werden.

Fallbericht: Behandlung der Fibromyalgie mit Neuraltherapie

Patientin: Eine 42-jährige Patientin stellte sich mit Beschwerden wie weit verbreiteten Muskelschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen und kognitiver Dysfunktion vor.

Behandlungsplan:

Neuraltherapie:

  • Injektionen mit Lokalanästhetika in eine als Störfeld identifizierte alte Kaiserschnittnarbe und in Zahnwurzelinfektionen.
  • Anwendungen am Ganglion stellatum zur Regulation des autonomen Nervensystems.

Ernährungsunterstützung:

  • Supplementierung mit CoQ10, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren.
  • Eine glutenfreie, zuckerarme Ernährung, angepasst an die individuellen Unverträglichkeiten der Patientin.

Manuelle Therapie: Wöchentliche Sitzungen zur Reduktion der Muskelverspannungen.

Psychologische Unterstützung: Achtsamkeitstraining und ein Schlafhygiene-Programm.

Ergebnis: Nach 3 Monaten Behandlung nahmen die Schmerzen der Patientin um 80 % ab, und es zeigte sich eine Verbesserung von Erschöpfung und Schlafstörungen.

Fazit

Das Fibromyalgie-Syndrom lässt sich im Rahmen der Regulationsmedizin durch Neuraltherapie, Ernährungsanpassungen und unterstützende Methoden wirksam behandeln. Indem die Neuraltherapie Störfelder gezielt behandelt und das autonome Nervensystem reguliert, spielt sie eine wichtige Rolle bei der Linderung der Symptome. Ein ganzheitlicher Ansatz unterstützt sowohl die körperliche als auch die psychische Genesung und ermöglicht so eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.

Individualisierte, multidisziplinäre Protokolle sind bei der Behandlung der Fibromyalgie notwendig, um die langfristige Gesundheit des Patienten zu optimieren.

Dr. Hüseyin Nazlikul, M.D., PhD.
Präsident von IFMANT, BNR, MTAR
Facharzt für Allgemeinmedizin - Medizinische Biophysik

President of IFMANT (International Federation of Medical Associations of Neural Therapy)
President of the Turkish Neural Therapy Society
President of the Turkish Manual Medicine- Pain Regulation Association
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