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Wirkmechanismen der Neuraltherapie

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Der Begriff Nöralterapie (Neuraltherapie) bezeichnet eine Behandlungsform, die unter Nutzung des körpereigenen neurovegetativen Systems wirkt. 

Reiztransformationen und Informationsänderungen finden im neurovegetativen System statt und verhindern beziehungsweise stören die Erzeugung und Verteilung übermäßiger Reizenergie. Alle neuraltherapeutischen Methoden versorgen entweder das gestörte Gewebe mit Energie oder lösen bestehende Energieblockaden auf.

Die Neuraltherapie arbeitet mit zwei grundlegenden Mechanismen. Der erste ist der segmentale Mechanismus. Hierbei stehen die anästhetische Injektion in das Segment, in das sich die Beschwerde erstreckt, sowie die Verbindung dieses Segments zum Rückenmark im Vordergrund. Der zweite Mechanismus ist die Beseitigung des Störfeldes (Herd). 

Bei der Segmenttherapie geht es darum, dass alle Teile des Segments gegenüber den wichtigen Prozessen innerhalb des Segments als einheitliches Ganzes agieren. 

Alle Funktionen des neurovegetativen Systems hängen mit der Beteiligung humoraler, zellulärer, nervaler und hormoneller Regulationsmechanismen an den Reaktionen des Systems zusammen, die sich untereinander abstimmen. Jede Störung, die in nur einem dieser Mechanismen entsteht, führt zu einer funktionellen Störung des gesamten Systems. Das heißt, eine Krankheit betrifft nicht nur ein einzelnes Organ, sondern den gesamten Körper. 

Die mit einem Lokalanästhetikum durchgeführte Neuraltherapie am gestörten Segmentgewebe unterbricht nicht nur die pathologischen Reflexwege, sondern hilft auch, die vegetativen Funktionen zu normalisieren, indem sie die gestörte Zellmembran auf das korrekte Potenzial repolarisiert.

Eine frühere oder aktuell bestehende lokale Irritation an einer beliebigen Stelle des Körpers (die entzündlicher, chemischer, narbenbedingter, physikalischer oder traumatischer Natur sein kann) kann sich zu einem pathologischen Herd (Störfeld) entwickeln und, indem sie das neurovegetative System stört, auch Beschwerden in anderen Körperfunktionen verursachen. 

Die an diesem gestörten Herd mit einem Lokalanästhetikum angewandte Neuraltherapie kann diese Wirkung verringern, wobei ein plötzlicher Rückgang der Symptome beobachtet werden kann. Diese Störfelder befinden sich häufig im Kopfbereich, insbesondere an Zähnen, Mandeln und Nasennebenhöhlen.

Das Leben ist nicht nur auf die Materie beschränkt, sondern steht auch mit Energie in Verbindung. Eine Membran trägt unter normalen Bedingungen, im Ruhezustand, an der Außenseite eine positive und an der Innenseite eine negative Ladung. 

Die Neuraltherapie ist eine Regulationstherapie. Im Körper treten bereits vor dem Ausbruch von Krankheiten bestimmte Veränderungen auf. Sie ist eine Wissenschaft, die bei vielen Beschwerden, die die moderne Medizin nicht erklären kann und die oft der Psyche des Patienten zugeschrieben werden, aufzeigt, dass diesen in Wirklichkeit eine Dysregulation im belasteten vegetativen Nervensystem des Patienten zugrunde liegt. 

Quelle: Hüseyin Nazlıkul - Buch zur Neuraltherapie