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Wissenschaftlicher Neuraltherapie-Preis

4 Min. Lesezeit

WISSENSCHAFTLICHER NEURALTHERAPIE-PREIS

Wissenschaft – Engagement – Weitergabe – Wertschätzung

Der Wissenschaftliche Nazlikul-Preis für Neuraltherapie ist eine besondere wissenschaftliche Auszeichnung, die von der BNR – Wissenschaftliche Gesellschaft für Neuraltherapie und Regulationsmedizin im Rahmen internationaler Neuraltherapie-Kongresse verliehen wird.

Die Bedeutung dieser Auszeichnung geht über die Würdigung einer einzelnen wissenschaftlichen Leistung oder einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn hinaus. Sie gilt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Neuraltherapeutinnen und Neuraltherapeuten, die sich über viele Jahre für die Neuraltherapie eingesetzt, zu ihrer wissenschaftlichen und klinischen Weiterentwicklung beigetragen, ihr Wissen weitergegeben, nachfolgende Generationen gefördert und bleibende Impulse für die Zukunft der Neuraltherapie gesetzt haben.

Für die BNR besitzt dieser Preis deshalb eine tiefere Bedeutung.

Denn unser Verständnis von Neuraltherapie war von Beginn an nicht auf das Erlernen und Vermitteln von Injektionstechniken beschränkt. Die BNR vertritt vielmehr ein medizinisches Denken, das den Menschen nicht in einzelne Organe und Symptome zerlegt, sondern ihn im Zusammenhang von Nervensystem, autonomem Nervensystem, Bindegewebe, segmentalen Beziehungen, funktionellen Systemen und der Regulationsfähigkeit des gesamten Organismus betrachtet.

Bei der Entwicklung dieses Denkens kommt den Generationen vor uns eine besondere Bedeutung zu. Sie haben nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch eine Haltung zur Medizin weitergegeben.

Auf meinem eigenen medizinischen und wissenschaftlichen Weg waren Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Horst Ferdinand Herget und Prim. Dr. Otto Bergsmann zwei wichtige Persönlichkeiten dieser Weitergabe.

Eine der wesentlichen Erkenntnisse, die ich von Prof. Herget mitnehmen durfte, war, in der Medizin keine starren Grenzen zwischen den Disziplinen zu ziehen und einen Patienten niemals ausschließlich aus dem Blickwinkel eines einzelnen Fachgebietes zu betrachten. Neuraltherapie, Manuelle Medizin, Schmerzmedizin und Regulationsmedizin nicht voneinander zu trennen, sondern nach den funktionellen Zusammenhängen hinter einem Symptom zu suchen, hat mein medizinisches Denken entscheidend geprägt.

Otto Bergsmann gab dieser Sichtweise eine besondere physiologische Tiefe. In seinem von der Regulationsphysiologie geprägten Denken ist der Organismus nicht die Summe voneinander unabhängiger Organe. Er ist vielmehr ein dynamisches biologisches Netzwerk, dessen Systeme fortwährend miteinander kommunizieren, sich gegenseitig beeinflussen und versuchen, sich an veränderte innere und äußere Bedingungen anzupassen.

Neuraltherapie lediglich als „Injektion an einen schmerzhaften Punkt" zu verstehen, würde deshalb ihr eigentliches Potenzial erheblich verkürzen.

Im Verständnis, das die BNR über viele Jahre entwickelt und weitergetragen hat, sind Neuraltherapie und Regulationsmedizin zwei sich ergänzende medizinische Denk- und Handlungsfelder.

Während die Neuraltherapie insbesondere über das autonome Nervensystem und neurovegetative Vernetzungen versucht, gestörte Regulationsprozesse des Organismus therapeutisch zu beeinflussen, erinnert uns die Regulationsmedizin daran, dass Krankheit nicht allein aus dem sichtbaren Symptom besteht. Ebenso berücksichtigt werden müssen die Adaptations-, Kompensations- und Regulationsprozesse des gesamten Organismus.

Darin liegt eine der Grundideen der BNR:

  • Nicht nur das Symptom unterdrücken, sondern Regulation verstehen.
  • Nicht nur die Krankheit sehen, sondern den Menschen.
  • Nicht nur eine Technik lehren, sondern medizinisches Denken weitergeben.

Aus genau diesem Verständnis ist der Wissenschaftliche Nazlikul-Preis für Neuraltherapie entstanden.

Der Preis soll weit mehr als den Namen einer einzelnen Person repräsentieren. Im Mittelpunkt steht für uns die Weitergabe von Wissen und Erfahrung von einer Generation an die nächste.

Unsere Lehrer haben ihr Wissen und ihre klinische Erfahrung an uns weitergegeben. Unsere Verantwortung besteht jedoch nicht darin, dieses Erbe lediglich zu bewahren. Wir müssen es kritisch hinterfragen, mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen verbinden, durch Forschung weiterentwickeln und schließlich auf einer neuen Entwicklungsstufe an die nächste Generation weitergeben.

Nur auf diese Weise kann eine wissenschaftliche Tradition lebendig bleiben.

  • Eine Generation lernt.
  • Eine Generation entwickelt weiter.
  • Eine Generation gibt weiter.

Und jede neue Generation fügt dem übernommenen Wissen ihre eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse hinzu.

Der Wissenschaftliche Nazlikul-Preis für Neuraltherapie würdigt deshalb nicht nur wissenschaftliche Leistung, sondern ebenso langjähriges Engagement, Kontinuität, Lehre, Wissenstransfer und Wertschätzung für das Geleistete.

Er ist ein Zeichen des Dankes an jene Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Neuraltherapeuten, die die Neuraltherapie weiterentwickelt, ihre wissenschaftlichen Grundlagen gestärkt, ihre klinischen Erfahrungen mit anderen geteilt und neue Generationen von Kolleginnen und Kollegen ausgebildet haben.

Gleichzeitig trägt der Preis eine Botschaft an die kommenden Generationen:

Wissen wächst, wenn es geteilt wird. Wissenschaft entwickelt sich, wenn sie hinterfragt wird. Und eine medizinische Tradition bleibt nur dann lebendig, wenn sie an die nächste Generation weitergegeben wird.

Bisherige Preisträger des Wissenschaftlichen Nazlikul-Preises für Neuraltherapie

Dr. Hans Barop

Dr. Hans Barop
Ausgezeichnet für seine langjährigen und bedeutenden Beiträge zur klinischen Systematik der Neuraltherapie, zu ihrer Lehre sowie zur Weitergabe neuraltherapeutischen Wissens an mehrere Generationen von Ärztinnen und Ärzten.

Prof. Dr. Lorenz Fischer

Prof. Dr. Lorenz Fischer
Ausgezeichnet für seine langjährigen wissenschaftlichen Verdienste um die Stärkung der wissenschaftlichen und neurophysiologischen Grundlagen der Neuraltherapie, ihre akademische und klinische Weiterentwicklung, die Ausbildung nachfolgender Generationen sowie die internationale wissenschaftliche Sichtbarkeit der Neuraltherapie.

Dr. Wolfgang Ortner

Dr. Wolfgang Ortner
Ausgezeichnet für sein langjähriges Engagement in der klinischen Anwendung, Lehre und Weiterentwicklung der Neuraltherapie sowie für seinen besonderen Beitrag zur Weitergabe von Wissen und klinischer Erfahrung an nachfolgende Generationen.

Der Wissenschaftliche Nazlikul-Preis für Neuraltherapie verbindet die Wertschätzung für das von früheren Generationen Geleistete mit unserer Verantwortung für die Zukunft.

Er steht für die Weitergabe eines wissenschaftlichen und klinischen Denkens, das uns durch Lehrer wie Prof. Dr. Horst Ferdinand Herget und Prim. Dr. Otto Bergsmann vermittelt wurde und das durch jene Wissenschaftler und Ärzte weiterlebt, die Neuraltherapie praktizieren, hinterfragen, erforschen, lehren und weiterentwickeln.

Denn für die BNR ist Neuraltherapie weit mehr als eine therapeutische Technik.

Neuraltherapie ist ein medizinisches Denken, das versucht, den Menschen in seiner Ganzheit und Vernetzung zu verstehen, Regulation in den Mittelpunkt stellt und sich zugleich kontinuierlich wissenschaftlich weiterentwickeln muss.

Dieser Preis ist Ausdruck unserer Anerkennung, unseres Dankes und unserer Wertschätzung für jene Menschen, die diesem Denken einen bedeutenden Teil ihres beruflichen Lebens gewidmet haben.